Fluggerätmechaniker: Jobs in der Luftfahrtindustrie

Ein Fluggerätmechaniker übernimmt die Wartung und die Instandhaltung von Flugzeugen und Helikoptern. Aufgrund des Booms in der Luftfahrtindustrie werden diese Fachkräfte immer gefragter.

Boom der Luftfahrt: Immer mehr Fachkräfte in der Luftfahrtindustrie benötigt

Die Luftfahrtindustrie konnte in den letzten beiden Jahrzehnten einen enormen Zuwachs der Passagierzahlen verzeichnen. Nachdem Ende der 90er Jahre die ersten Billigflieger auf den europäischen Markt drängten, kam es zu einer deutlichen Reduzierung der durchschnittlichen Flugpreise. Auch die etablierten Gesellschaften haben auf diesen Trend reagiert und bieten inzwischen deutlich günstigere Flüge an.

Während dieses Verkehrsmittel früher noch deutlich teurer war als die übrigen Alternativen, stellt es mittlerweile für viele Reisen die günstigste Möglichkeit für die Fortbewegung dar. Daher entscheiden sich immer mehr Menschen dafür, das Flugzeug zu nutzen.

Die folgende Tabelle zeigt die Steigerung in diesem Bereich auf:

Beförderte Passagiere in Deutschland (in Mio.)
2004 13,6
2006 15,4
2008 16,6
2010 16,7
2012 17,9
2013 18,1
2014 18,7
2015 19,4
2016 20,1
2017 21,3

Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/12552/umfrage/befoerderte-personen-im-luftverkehr/

Der hohe Zuwachs der Passagierzahlen hat zur Folge, dass auch immer mehr Arbeitskräfte in diesem Bereich erforderlich sind. Das betrifft nicht nur Piloten und Flugbegleiter, sondern auch das Personal am Boden. Insbesondere Fluggerätmechaniker sind dabei sehr gefragt. Daher stellt eine Ausbildung in diesem High-Tech-Bereich eine gute Möglichkeit für eine erfolgreiche berufliche Karriere dar.

Die Mechaniker montieren die einzelnen Bauteile und überprüfen die Funktionsweise vor der Auslieferung der Flugzeuge.

Die Mechaniker montieren die einzelnen Bauteile und überprüfen die Funktionsweise vor der Auslieferung der Flugzeuge.(#01)

Welche Aufgaben hat ein Fluggerätmechaniker?

Fluggerätmechaniker kümmern sich um die Fertigung und um die Wartung von Flugzeugen. Häufig sind sie direkt am Flughafen tätig. Wenn ein Flugzeug eintrifft, dann kontrollieren sie dieses vor dem Weiterflug. Dabei handelt es sich um eine sehr verantwortungsvolle Tätigkeit, die in hohem Maße für die Sicherheit der Fluggäste und der Besatzung verantwortlich ist. Darüber hinaus kommen sie bei der Herstellung der Fluggeräte zum Einsatz.

Die Mechaniker montieren die einzelnen Bauteile und überprüfen die Funktionsweise vor der Auslieferung der Flugzeuge. Daraus ergibt sich, dass eine Fachkraft mit der entsprechenden Ausbildung häufig an Flughäfen oder in Industriebetrieben, die Flugzeuge oder Helikopter herstellen, angestellt sind. Hinzu kommen zahlreiche Beschäftigungsmöglichkeiten bei der Luftwaffe, bei der Polizei oder bei den Rettungsdiensten. Auch hier kommen häufig Fluggeräte zum Einsatz, die eine regelmäßige Wartung notwendig machen.

Da für diese Aufgaben eine hohe Spezialisierung notwendig ist, müssen angehende Fluggerätmechaniker sich für eine von drei Fachrichtungen entscheiden:

  • Instandhaltungstechnik,
  • Fertigungstechnik
  • und Triebwerkstechnik.

Eine Fachkraft mit dem Spezialgebiet Instandhaltungstechnik kümmert sich in erster Linie um die Wartung der Fluggeräte. Dabei ist es wichtig, die Funktionsfähigkeit zu überprüfen und bei Bedarf Reparaturen durchzuführen. Die Instandhaltungstechniker führen Sichtkontrollen durch und geben ein Flugzeug zum Weiterflug frei. Bei einem Defekt führen sie eine Fehlersuche durch und tauschen fehlerhafte Bauteile aus. Die Fachrichtung Fertigungstechnik ist hingegen für die Arbeit in Industriebetrieben von großer Bedeutung.

Mechaniker mit dieser Spezialisierung übernehmen die Montage der einzelnen Bauteile, um ein fertiges Flugzeug daraus zu bauen. Dabei kommen sie bei allen verschiedenen Produktionsschritten zum Einsatz – von der Strukturmontage über die Ausrüstungs- und Ausstattungsmontage bis hin zur Endmontage. Die Triebwerke eines Flugzeugs stellen ein ausgesprochen komplexes Bauteil dar. Daher gibt es für ihre Produktion und Wartung eine eigene Fachrichtung: Die Triebwerkstechnik.

Die Ausbildungsdauer beträgt bei diesem Beruf 3,5 Jahre. Sie findet im dualen System statt. Das bedeutet, dass Sie während der Berufsausbildung einen erheblichen Teil in einem Betrieb der Luftfahrtindustrie arbeiten und auf diese Weise die praktischen Bestandteile dieser Tätigkeit erlernen.

Die Ausbildungsdauer beträgt beim Fluggerätmechaniker 3,5 Jahre. Sie findet im dualen System statt. Das bedeutet, dass Sie während der Berufsausbildung einen erheblichen Teil in einem Betrieb der Luftfahrtindustrie arbeiten und auf diese Weise die praktischen Bestandteile dieser Tätigkeit erlernen.(#02)

Die Ausbildung zum Fluggerätmechaniker

Die Ausbildungsdauer beträgt bei diesem Beruf 3,5 Jahre. Sie findet im dualen System statt. Das bedeutet, dass Sie während der Berufsausbildung einen erheblichen Teil in einem Betrieb der Luftfahrtindustrie arbeiten und auf diese Weise die praktischen Bestandteile dieser Tätigkeit erlernen. Darüber hinaus müssen Sie jedoch immer wieder eine Berufsschule besuchen. Dort befassen Sie sich mit den theoretischen Inhalten dieses Berufs. Spezielle schulische Voraussetzungen sind für die Aufnahme der Ausbildung nicht notwendig. Es gibt sogar einige Auszubildende, die über keinen Schulabschluss verfügen.

Die große Mehrheit dieser Fachkräfte besuchte jedoch die Realschule. Der Anteil der Anfänger in diesem Beruf, die einen mittleren Bildungsabschluss vorweisen können, lag 2017 bei 65 Prozent. 31 Prozent haben sogar die Hochschulreife abgeschlossen. Da dieser Beruf ein hohes technisches Verständnis erfordert, ist es wichtig, über eine gute schulische Ausbildung zu verfügen. Insbesondere die Fächer Physik, Technik und Mathematik spielen dabei eine wichtige Rolle. Da diese Branche sehr international aufgestellt ist, sind auch gute Englischkenntnisse von großer Bedeutung. Das ist beispielsweise notwendig, um mit Piloten ausländischer Fluglinien zusammenzuarbeiten.

Im Rahmen der Berufsausbildung ist es erforderlich, sich nach dem zweiten Lehrjahr auf einen der weiter oben beschriebenen Fachbereiche zu spezialisieren. Die Möglichkeiten hierfür hängen jedoch stets vom Ausbildungsbetrieb ab. Allerdings sind die Inhalte so ausgelegt, dass auch ein späterer Wechsel der Fachrichtung noch möglich ist.

Die Ausbildung im dualen System stellt hierbei zwar die Regel dar, doch gibt es noch eine weitere Möglichkeit, um diesen Beruf zu erlernen: Die berufliche Weiterbildung. Diese Alternative bietet sich für Fachkräfte an, die bereits eine Ausbildung in einem ähnlichen Berufsfeld absolviert haben – beispielsweise zum Mechatroniker, zum Industriemechaniker oder zum Elektroniker.

Die Inhalte bei diesen Berufen sind in vielen Bereichen ähnlich. Daher müssen Mechatroniker und Elektroniker die Fähigkeiten nicht mehr von Grund auf erlernen, sondern sich lediglich in die spezifischen Anforderungen dieses Berufs einarbeiten. Daher nimmt die Weiterbildung deutlich weniger Zeit in Anspruch.

 Der Studiengang Luft- und Raumfahrttechnik hat sehr ähnliche Inhalte wie dieser Ausbildungsberuf.

Der Studiengang Luft- und Raumfahrttechnik hat sehr ähnliche Inhalte wie dieser Ausbildungsberuf. (#03)

Die Weiterbildungsmöglichkeiten

Wenn Sie diesen Beruf erlernen, dann profitieren Sie von zahlreichen Weiterbildungsmöglichkeiten. Beispielsweise ist es üblich, eine spezielle Typen-Schulung zu absolvieren. Das bedeutet, dass Sie sich intensiv mit einem speziellen Flugzeugtyp auseinandersetzen und diesen in allen Details kennenlernen. Das macht Sie zu einem gefragten Fachmann mit guten Gehaltsaussichten. Auch die Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker für Luftfahrttechnik verbessert die Karrierechancen deutlich.

Eine weitere interessante Option stellt es dar, eine Meisterprüfung in diesem Bereich abzulegen. Industriemeister für Luftfahrttechnik nehmen beim Bau und bei der Wartung von Fluggeräten eine leitende Rolle ein. Eine weitere interessante Option stellt es dar, ein Studium aufzunehmen. Der Studiengang Luft- und Raumfahrttechnik hat sehr ähnliche Inhalte wie dieser Ausbildungsberuf. Er stellt daher eine hervorragende Möglichkeit dar, um in diesem Berufsfeld einen Hochschulabschluss zu erwerben.

Da viele Fachkräfte ohnehin über die Hochschulreife verfügen, stellt es für sie kein Problem dar, ein Studium aufzunehmen. Wenn kein entsprechender Schulabschluss vorhanden ist, reicht jedoch häufig auch eine bestandene Meisterprüfung oder eine abgeschlossene Berufsausbildung mit entsprechender Berufserfahrung aus.

Bei der Berufsentscheidung spielt es außerdem eine wichtige Rolle, wie hoch die Verdienstmöglichkeiten sind.

Bei der Berufsentscheidung spielt es außerdem eine wichtige Rolle, wie hoch die Verdienstmöglichkeiten sind.(#04)

Was verdient ein Fluggerätmechaniker?

Bei der Berufsentscheidung spielt es außerdem eine wichtige Rolle, wie hoch die Verdienstmöglichkeiten sind. Auch unter diesem Gesichtspunkt kann der Beruf des Fluggerätmechanikers durch attraktive Einkünfte überzeugen. Die folgende Tabelle gibt an, wie hoch die Ausbildungsvergütung hierbei ist.

Die Ausbildungsvergütung (Stand 2018)

  • 1. Ausbildungsjahr 976 bis 1.047 Euro
  • 2. Ausbildungsjahr 1.029 bis 1.102 Euro
  • 3. Ausbildungsjahr 1.102 bis 1.199 Euro
  • 4. Ausbildungsjahr 1.141 bis 1.264 Euro

Quelle: https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/faces/index?path=null/suchergebnisse/kurzbeschreibung/finanzielleaspekte&dkz=2398

Das zeigt, dass Sie als Fluggerätmechaniker bereits ab dem ersten Ausbildungsjahr ein attraktives Gehalt erhalten. Die Vergütung steigt daraufhin mit jedem weiteren Lehrjahr. Von großem Interesse ist außerdem das Gehalt für Berufseinsteiger. Hierbei gibt es jedoch etwas größere Unterschiede – je nachdem, bei welchem Betrieb Sie anfangen. In der Regel erhalten Sie am Anfang jedoch etwa 2.000 bis 3.000 Euro pro Monat. Mit steigender Berufserfahrung und durch entsprechende Weiterbildungsmaßnahmen ist es jedoch möglich, diese Einkünfte noch deutlich zu steigern.

Die Zukunftsaussichten für Fluggerätmechaniker

Bei der Berufsentscheidung sind viele verschiedene Aspekte von Bedeutung. Sehr wichtig ist es, dass der entsprechende Beruf Ihnen Spaß macht und dass Sie dabei gut verdienen. Auf lange Sicht spielen jedoch auch die Zukunftsaussichten eine zentrale Rolle. Nur wenn diese positiv sind, können Sie auch in den nächsten Jahren damit rechnen, Ihren Beruf auszuüben und dabei ein attraktives Gehalt zu bekommen. Daher soll dieser Aspekt nun auch für Fluggerätmechaniker untersucht werden. Dabei ist es zunächst sinnvoll, sich die Entwicklung der Beschäftigtenzahlen in diesem Berufsfeld anzusehen.

Diese stellt die folgende Tabelle dar.

Die Ausbildungsvergütung (Stand 2018)
1. Ausbildungsjahr 976 bis 1.047 Euro
2. Ausbildungsjahr 1.029 bis 1.102 Euro
3. Ausbildungsjahr 1.102 bis 1.199 Euro
4. Ausbildungsjahr 1.141 bis 1.264 Euro

Quelle: http://bisds.infosys.iab.de/bisds/result?region=19&beruf=BO283&qualifikation=2

Diese Zahlen machen deutlich, dass die Anzahl der Mechaniker für Fluggeräte in den letzten beiden Jahrzehnten stark angestiegen sind. Dieser Trend geht mit dem allgemeinen Anstieg der Passagierzahlen in diesem Zeitraum einher. Daran wird ersichtlich, dass durch den Zuwachs der Flugbewegungen auch immer mehr Mechaniker für den Bau und für die Wartung der Flugzeuge notwendig werden. Es ist davon auszugehen, dass dieser Trend auch in den nächsten Jahren anhalten wird.

Zahlreiche Experten prognostizieren, dass die Zahl der Fluggäste in den nächsten zehn Jahren nochmals deutlich zunehmen wird. Das wirkt sich sehr positiv auf die Karrierechancen der Fluggerätmechaniker aus. Solange eine hohe Nachfrage nach den entsprechenden Fachkräften besteht, haben Sie gute Aussichten auf eine Anstellung. Außerdem sorgt die hohe Nachfrage für eine gute Position bei Gehaltsverhandlungen.

Das Wachstum verbessert darüber hinaus die Aussichten auf eine leitende Position in diesem Bereich. Wenn immer mehr junge Fachkräfte nachrücken, dann haben Sie gute Chancen, eine Führungsposition in diesem Bereich zu übernehmen.


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Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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