Gewässerverschmutzung in der Luftfahrt: So viel Dreck kommt vom Himmel und was uns davor rettet

Nicht ohne Grund steht die Luftfahrt beständig in der Kritik, denn ihre Auswirkungen auf die Luft sowie auf die Gewässerverschmutzung sind erheblich. Allerdings gibt es bereits Lösungsansätze im Kampf gegen den Schmutz.

Gewässerverschmutzung durch die Luftfahrt: Woher kommt der Dreck?

Die Gewässerverschmutzung wird nachweislich durch die Luftfahrt vorangetrieben, wenngleich natürlich auch Industrie und Landwirtschaft ihren Teil dazu beitragen. Doch ob national oder international: Umwelt und Wasser scheinen weniger wichtig zu sein als Profit.

Dabei gibt es längst Möglichkeiten zur Abwasserreinigung und Wasseraufbereitung mit modernen Technologien, wie sie von der Firma Aerzen bereitgestellt werden. Dennoch: Enteisungsmittel und Aerosole stellen eine stetige Belastung für die Umwelt in Europa und weltweit dar.

Um der Gewässerverschmutzung direkt entgegenzuwirken, kommt der Weiterentwicklung von Kläranlagen eine besondere Bedeutung zu. ( Foto-Shutterstock: Avatar_023)

Um der Gewässerverschmutzung direkt entgegenzuwirken, kommt der Weiterentwicklung von Kläranlagen eine besondere Bedeutung zu. ( Foto-Shutterstock: Avatar_023)

Gewässerverschmutzung durch Enteisungsmittel?

Vorrangig wird bei dem Gedanken an die Umwelt in Verbindung mit dem Flugverkehr an die Emissionen gedacht. Doch auch andere negative Einflüsse sind hier zu verzeichnen! Ein Beispiel: Enteisungsmittel belasten die Umwelt sowie die Gewässer stark.

Im Winter müssen die Flugzeuge sowie die auf dem Airport befindlichen Betriebsflächen von Eis frei gehalten werden. Dafür setzt man Enteisungsmittel ein, die wiederum aus Polyalkoholen bestehen. Sie sind wassermischbar und gering flüchtig. Zusätzlich werden heißes Wasser und Streusalze zum Enteisen verwendet.

Das dabei entstehende Abwasser ist mit sämtlichen Enteisungsmitteln versetzt, enthalten sind Salze, Schadstoffe und Kohlenstoffverbindungen. Gelangt diese Mischung in das Wasser, würde selbigem Sauerstoff entzogen werden. Gleichzeitig würde das Wasser einer hohen Schadstoffbelastung ausgesetzt sein, was sich negativ auf die Gewässerflora und -fauna auswirkt.

Das Abwasser muss daher gesondert aufgefangen und aufbereitet werden. Auf deutschen Flughäfen wird dies in der Regel auch gemacht, international und selbst innerhalb von Europa sieht es allerdings anders aus. Hierzulande sind spezielle Bodenfilter neben den Betriebsflächen installiert, sodass Abwasser, welches von den Betriebsflächen abfließt, nicht ungehindert in den Boden sickern und ins Grundwasser gelangen kann. Wichtig ist dabei auch, dass derartige Filtersysteme nicht nur vorhanden sind, sondern auch funktionieren, was nur durch eine regelmäßige Wartung sichergestellt werden kann.

Video: Die Welt der Aerosole – alles was sie über Aerosole wissen müssen

Aerosole verändern die Wolkenbildung

Normalerweise ist ein Gewässer ein geschlossenes System, das sich selbst reinigen kann. Durch den Einfluss des Menschen sind diese Systeme jedoch zerstört und unterliegen einer zunehmenden Verschmutzung. Diese Gewässerverschmutzung wird durch die Luftfahrt maßgeblich verstärkt, was sich unter anderem auf die Aerosole zurückführen lässt.

Wolken bestehen aus mehreren Schichten:

  • Troposphäre
    Diese bildet die „Wetterküche“. Hier sind Wolken zu finden, von denen ein gewisser Anteil je nach Höhe gefriert. Darüber schichten sich Zirruswolken, das sind dünne Schleierwolken, die aus feinen Eiskristallen bestehen.
  • Stratosphäre
    Sie liegt oberhalb von 12 bis 18 km und stellt eine Wolkenlücke dar.
  • Mesosphäre
    Hier treten wieder dünne Eisschleier auf.

Die von den Flugzeugen ausgestoßenen Emissionen mit enthaltenen Schmutzpartikeln lagern sich auf den Aerosolen ab, die letzten Endes eine dicke Schicht bilden. Kleine Tröpfchen können somit nicht durch die Aerosole fallen und bleiben in der Wolke bestehen. Die abgelagerten Sulfatpartikel streuen das Sonnenlicht ins Weltall zurück und wirken kühlend, die vorhandenen Rußpartikel hingegen absorbieren die Sonnenstrahlung. Beide wirken direkt auf die Eigenschaften von Wolken.

Forscher haben nun herausgefunden, dass Aerosole aus Abgasen die Wolkenbildung verhindern und damit das Klima direkt beeinflussen. Die Tröpfchen, die nicht durch die Aerosolschicht gelangen können, verharren in der Wolke, die sich an anderer Stelle mitunter sintflutartig entleeren kann. Außerdem tragen die abgelagerten Partikel zum Treibhauseffekt bei.

Die von den Flugzeugen ausgestoßenen Emissionen mit enthaltenen Schmutzpartikeln lagern sich auf den Aerosolen ab, die letzten Endes eine dicke Schicht bilden. ( Foto: Shutterstock-kosmos111)

Die von den Flugzeugen ausgestoßenen Emissionen mit enthaltenen Schmutzpartikeln lagern sich auf den Aerosolen ab, die letzten Endes eine dicke Schicht bilden. ( Foto: Shutterstock-kosmos111)

Gewässerverschmutzung durch Flugzeugtoiletten

Der Einfluss der Flugzeugtoiletten auf eine mögliche Gewässerverschmutzung ist nicht mehr ganz so stark wie früher einmal. Dank James Kemper, der im Jahr 1975 die Vakuum-Toilette erfand, werden die Fäkalien und Ausscheidungen nicht mehr weggespült, sondern in einen Sammeltank gesaugt.

Früher einmal wurden diese wie noch lange Zeit bei der Bahn üblich einfach in die Umwelt entsorgt, heute hingegen ist ein Spezialfahrzeug am Boden für die Leerung und Reinigung des Tanks zuständig.

Doch auch wenn nichts mehr unverhofft von oben geflogen kommt, tragen Flugzeugtoiletten zur Entstehung von giftigem Abwasser bei. Der Grund: Um das Anhaften von Verschmutzungen in den Tanks zu verhindern, müssen chemische Zusätze verwendet werden, deren Auswirkungen auf die Umwelt noch nicht geklärt sind. Sie gelangen am Boden durch das zum Spülen verwendete Wasser ins Abwasser. Damit wird die Luft nicht stärker belastet, allerdings muss das Abwasser von diesen Chemikalien gereinigt werden.

Ein derartiges System ist in Europa, Nordamerika und vielen weiteren Ländern der Welt mittlerweile etabliert und es gibt strenge Vorschriften für die umweltverträgliche Entsorgung der Fäkalien. Auch hier gilt: International lässt sich dies nicht übertragen.

Video: Plastik im Meer – Schlaumal

Wie lassen sich Wasser und Umwelt retten?

Auf zahlreichen Konferenzen und politischen Zusammenkünften fällt das Schlagwort „Environment“, denn der Schutz der Umwelt steht auf vielen Agenden ganz oben. Wirklich umgesetzt wird davon allerdings häufig nichts und so bleibt „Environment“ eben nichts weiter als ein gut klingendes Schlagwort. Allerdings gibt es durchaus Lösungsansätze, die vielversprechend klingen.

Ausgleichsmaßnahmen für gesunde Luft

Die internationale Luftfahrtorganisation ICAO spricht immer wieder über Ausgleichsmaßnahmen wegen der Luftverschmutzung und möchte die Auswirkungen des Flugverkehrs minimieren.

Eine Idee ist es, Ausgleichszertifikate für CO2-Emissionen auszugeben, sodass die Emissionen an anderer Stelle ausgeglichen werden. Experten bezweifeln allerdings, dass diese Maßnahmen wirklich Erfolg haben werden und gehen im Umkehrschluss davon aus, dass die Emissionen dadurch deutlich ansteigen könnten.

Video: Wie entstehen Flugrouten? Ein Pilot erklärt

Schließen von Flugrouten und Compensaid

Eine andere Möglichkeit wird im Schließen von besonders schädlichen Flugrouten gesehen. Sollte das nicht möglich sein, gibt es noch eine weitere Lösung: Wenn sich die Airline dann dafür entscheidet, eine klimafreundliche Route zu wählen, kann sie von den geringeren Emissionen direkt finanziell profitieren. Dieses System könnte sich bis 2025 etablieren.

Compensaid von der Lufthansa ist ein System, bei dem der Kunde direkt Einfluss auf die Emissionen nehmen kann. Die CO2-Emissionen werden verringert, wenn synthetisches Kerosin gekauft wird. Außerdem soll ein Ausgleich der Emissionen über die Stiftung „myclimate“ möglich sein.

Hierfür werden zuerst die CO2-Emissionen berechnet, die für die gewünschte Route anfallen würden. Das Ergebnis wird immer auf dem durchschnittlichen Verbrauch der Flotte der Lufthansa berechnet. Im Anschluss kann der Nutzer die entstandenen Emissionen ausgleichen und kann sich für den Kauf des bereits erwähnten synthetischen Kerosins entscheiden oder für eine Wiederaufforstung der Wälder.

Der innovative Treibstoff bindet die Emissionen direkt und so entsteht im Vergleich zu herkömmlichem Kerosin bis zu 80 Prozent weniger CO2. Die Wiederaufforstung hingegen soll das entstandene CO2 über einen längeren Zeitraum binden.

Video: Kläranlagen machtlos gegen Mikroplastik – Faszination Wissen

Weiterentwicklung von Kläranlagen

Um der Gewässerverschmutzung direkt entgegenzuwirken, kommt der Weiterentwicklung von Kläranlagen eine besondere Bedeutung zu. Diese müssen mit modernen Technologien noch effektiver werden. Sie werden so ausgerichtet, dass sie sogar Energie produzieren, denn im Abwasser ist viermal so viel Energie enthalten, wie zur Reinigung gebraucht wird.

Es gilt nun, diese Energie zugänglich und damit nutzbar zu machen. Gleichwohl kommt es natürlich auf eine Reduzierung der Schadstoffe an, denn wenn diese geringer sind, sind die Aufwendungen für die Reinigung des Wassers ebenfalls niedriger. Moderne Pumpen- und Filteranlagen sollen dafür sorgen, dass aus Abwasser wieder nutzbares Wasser wird, wobei alle Schritte der Wasseraufbereitung einbezogen werden müssen.

Komfortabel und effizient soll die Wasseraufbereitung sein, damit der Gewässerverschmutzung aktiv entgegengewirkt werden kann. Diese Maßnahme muss in Kombination mit anderen Maßnahmen erfolgen, außerdem muss jeder Bürger für sich entscheiden, ob ein Flug tatsächlich nötig ist.

Denn eine Verringerung des Flugverkehrs bedeutet direkt eine geringere Luftbelastung mit Schadstoffen, einen geringeren Einsatz der Flugzeuge und damit eine Reduzierung der oben genannten Probleme und Auswirkungen auf Luft, Wasser und Umwelt.

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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