Sicherheit am Flughafen: Dank Sachkundeprüfung und 34a-Schein in der Security arbeiten

0

Die Sicherheit am Flughafen war spätestens seit dem 11. September 2001 ein wichtiges Thema. Neben den üblichen Sicherheitskräften unterstützen jetzt auch viele weitere Mitarbeiter der Security die Airlines.

Sicherheit am Flughafen: Vielfältige Aufgaben für die Security

Die Sicherheit am Flughafen muss in allen Bereichen gewährleistet werden. Eine Mammutaufgabe, denn angesichts der zahlreichen Zusatzangebote neben der reinen Abfertigung der Passagiere (Shoppingmalls, Dienstleistungseinrichtungen etc.), werden viele Sicherheitskräfte benötigt. Um nun bei der Security auf dem Flughafen tätig sein zu können, wird ein 34a Schein entsprechend der Gewerbeordnung als Mindestvoraussetzung benötigt.

Gesetzliche Grundlagen für die Sicherheit am Flughafen

Schon vor den Terroranschlägen vom 11. September 2001 war die Sicherheit am Flughafen ein Thema. Dennoch hätte sich bis zu diesem Zeitpunkt wohl niemand denken lassen, wie groß die Sicherheitslücken wirklich waren. Durch die neue Verordnung EG 2320/2002 wurden neue Sicherheitsvorkehrungen eingeführt, die einen neuerlichen Anschlag verhindern sollen.

Die Zutrittskontrolle wurde dabei ebenso verstärkt, wie die Anforderungen an die Ausrüstung des Personals und der Sicherheitsmitarbeiter überarbeitet worden sind. Darüber hinaus müssen alle Mitgliedsstaaten auch eigene Sicherheitskonzepte für ihre Flughäfen entwickeln.

Diese Maßnahmen sind in Deutschland durch ein Luftsicherheitsgesetz geregelt, welches unter anderem diese Punkte umfasst:

  • Aufgaben und Kompetenzen der Luftfahrtsbehörden
  • Verfahren zur Durchführung der Zuverlässigkeitsprüfung
  • Eigensicherheitsregelungen der Flughäfen

Diese Gesetze und die dort genannten Maßnahmen müssen durch geeignetes Personal mit einer entsprechenden Ausbildung umgesetzt werden. Nicht nur Bundespolizisten sind daher am Flughafen im Einsatz, sondern auch Mitarbeiter der Security, die zuvor eine Sachkundeprüfung ablegen mussten und erst danach ihre Aufgaben wahrnehmen dürfen.

Video: „Was passiert, wenn man ‚BOMBE‘ ruft?“ 10 Fragen an die Flughafen-Security | Galileo | ProSieben

Berufe für mehr Sicherheit am Flughafen

Angehörige verschiedener Berufsgruppen sorgen für die nötige Sicherheit am Flughafen. Sie haben eine entsprechende Ausbildung hinter sich, in denen es unter anderem um rechts- und sicherheitsrelevante Themen, um Waffenkunde und Datenschutz geht. Sie werden dabei auf ihre kommenden Aufgaben vorbereitet, die alle die Sicherheit am Flughafen gemeinsam haben.

Beispiele für mögliche Berufe im Sicherheitsbereich sind:

  • Bundespolizist mit der Spezialisierung auf Luftsicherheit

    Bundespolizisten mit der Spezialisierung auf Luftsicherheit sollen den Schutz vor Angriffen auf den zivilen Luftverkehr sicherstellen. Sie kontrollieren am Airport die Passagiere sowie deren Gepäck und können die entsprechenden Maßnahmen einleiten, wenn verdächtige Gegenstände oder gar Waffen gefunden werden. Außerdem bewachen sie das Flughafengelände.

  • Fluglotsen

    Fluglotsen arbeiten mit den Piloten zusammen und weisen die Flugzeuge ein. Sie sind im Tower tätig, auf der Start- und Landebahn oder auch in den Radarkontrollzentren. Fluglotsen erhalten alle ihre Anweisungen nur in englischer Sprache und müssen daher entsprechend hervorragende Sprachkenntnisse mitbringen.

  • Flugzeugabfertigung

    Ein Flugzeugabfertiger bringt Flugzeuge in die richtige Parkposition, sichert sie und kontrolliert den Zustand des Verkehrsmittels. Auch beim Be- und Entladen sowie bei der Versorgungssicherung der Flugzeuge sind die Abfertiger tätig.

  • Luftsicherheitsassistent

    Luftsicherheitsassistenten kontrollieren die Passagiere und das Gepäck, sorgen für die nötige Sicherung des Luftfrachtguts und sind damit direkt an den Aufgaben beteiligt, die der Staat verpflichtend wahrnehmen muss. Ein Luftsicherheitsassistent ist meist bei einem privaten Sicherheitsunternehmen angestellt und muss die entsprechende Sachkundeprüfung nachweisen. Diese wiederum wird vor der IHK abgelegt und besteht aus einem schriftlichen und einen mündlichen Teil. Die Gewerbeordnung schreibt in § 34a diese Prüfung vor.

Das Luftsicherheitsgesetz regelt in § 5 die mögliche Kontrolle von Passagieren und dem zugehörigen Gepäck. ( Foto: Shutterstock-gor Karasi)

Das Luftsicherheitsgesetz regelt in § 5 die mögliche Kontrolle von Passagieren und dem zugehörigen Gepäck. ( Foto: Shutterstock-gor Karasi)

Nutzung moderner Technik

Das Luftsicherheitsgesetz regelt in § 5 die mögliche Kontrolle von Passagieren und dem zugehörigen Gepäck. Um diese Aufgabe wahrnehmen zu können, werden verschiedene technische Möglichkeiten genutzt. Unter anderem sind Röntgen-Kontrollanlagen im Einsatz, Körperscanner und Tor- sowie Handsonden. Entsprechend gilt auch hier wieder, dass das Sicherheitspersonal mit den technischen Möglichkeiten vertraut sein und diese sicher bedienen können muss.

Mithilfe der Röntgentechnik wird erkannt, ob sich im Reisegepäck verbotene Gegenstände verbergen, die Hand- und Torsonden sowie die Körperscanner sorgen dafür, dass der Passagier auf unerlaubte Gegenstände untersucht werden kann. Zudem werden spezielle Sprengstoffspürgeräte eingesetzt, es gibt Sniffersysteme und Flüssigkeitstestgeräte.

Für die Mitarbeiter der Security ist eine regelmäßige Weiterbildung wichtig, denn der technische Fortschritt macht auch vor diesen Errungenschaften nicht halt und das Personal muss jederzeit in der Lage sein, die Technik sicher anzuwenden.

Kontrolle am Flughafen erfolgt durch ausschließlich geschultem Personal ( Foto: Shutterstock-Hayk_Shalunts )

Kontrolle am Flughafen erfolgt durch ausschließlich geschultem Personal ( Foto: Shutterstock-Hayk_Shalunts )

Einsatz bei der Frachtkontrolle

Die Flugzeuge transportieren nicht nur Passagiere und deren Gepäck, sondern sich auch für den Transport von Fracht verschiedener Art zuständig. Zusätzlich gibt es reine Frachtflugzeuge, die gar nicht im Passagierflugeinsatz befindlich sind. Sie bringen zum Beispiel Post oder Waren in das jeweilige Bestimmungsland, wobei Unternehmen wie UPS, DHL oder Amazon solche Flugzeuge unterhalten.

Neben dem Datenschutz zu einzelnen Sendungen muss auch hier wieder für die Sicherheit am Flughafen gesorgt werden. Angenommen werden darf nur eine kontrollierte Fracht.
Frachtgut und Pakete sowie Warensendungen werden manuell kontrolliert, was wiederum mit den bereits erwähnten Röntgen- oder ETS-Geräten möglich ist. Außerdem werden Spürhunde eingesetzt, die am Flughafen selbst oder an Orten der sicheren Lieferketten nach Drogen, Waffen und unerlaubten Gegenständen suchen.

Wichtig: Die Mitarbeiter, die mit der Frachtkontrolle beauftragt werden, müssen eine intensive Schulung und verschiedene Trainings absolvieren. Dies gilt auch für die Zeit nach der eigentlichen Ausbildung, denn Kenntnisse und Fertigkeiten müssen immer wieder aufgefrischt und erweitert werden.

Sicherheit am Flughafen auch für das Gelände gewährleisten

Die Sicherheit am Flughafen besteht für die Mitarbeiter der Security nicht nur in der Kontrolle von Passagieren und Gepäck. Zu den Aufgaben gehört auch, das Gelände selbst zu sichern bzw. die Sicherheit für alle Bereiche zu gewährleisten, die nicht direkt mit dem Flugbetrieb in Zusammenhang stehen. Zu den sogenannten Non-Aviation-Bereichen zählen unter anderem die Verkaufsflächen, Lager sowie Produktionsflächen, die am Flughafen vorhanden sind. Auch Büros, in denen es um die Aufnahme von Daten, um den Datenschutz und um das Personal geht, müssen gesichert werden.

Video: FLUGHAFEN FRANKFURT: Kürzere Wartezeit an der Sicherheitskontrolle

Große Verantwortung für das Sicherheitspersonal

Die EU hat neue Gesetze für mehr Sicherheit am Flughafen erlassen. Darin inbegriffen ist auch die Sicherung des gesamten Objekts, das meist mehrere Hektar Fläche umfasst. Fremde dürfen hier auf keinen Fall Zutritt bekommen, daher sind zum Beispiel Zaunsicherungsanlagen installiert, die durch mobile Sicherheitskräfte regelmäßig kontrolliert werden. Die Videoüberwachung ergänzt eine manuelle Kontrolle der Zäune.

Das Sicherheitspersonal übernimmt auch den Werkschutz, zu dem unter anderem die Begleitung von Personen, die das Gelände erlaubt betreten, gehört. Sie geben die nötigen Informationen darüber aus, was ein Besucher darf und was nicht, außerdem werden die Besucher für die Zeit ihres Aufenthalts ständig begleitet.
Leider ziehen Flughäfen regelmäßig Kriminelle an, was auch an den hochwertigen Geschäften und zahlreichen Transportgütern von Wert liegt.

Die Aufgaben, die die Sicherheitsleute übernehmen müssen, umfassen unter anderem:

  • Erbringung von Sicherheitsleistungen für Lager, Büros und Verkaufsflächen
  • Detektivdienste
  • Empfangsdienste
  • Bewachung bei Veranstaltungen
  • Brandschutzleistungen
  • Erbringen von Verkehrsdiensten
  • Dienste bei der Aufzugsbefreiung

Überwachung der Parkräume am Flughafen

Viele Passagiere gelangen mit dem Auto zum Flughafen und parken dieses dort in der Tiefgarage oder im Parkhaus. Eine mobile Streife sorgt für die Sicherheit der Fahrzeuge und wartet die Parkmanagementtechnik. Außerdem übernehmen die Sicherheitskräfte die technische Überwachung sämtlicher Parkflächen. Auch Parkautomaten müssen gesichert und geleert werden.

Insgesamt ergeben sich hohe Anforderungen an das technische Verständnis des Sicherheitspersonals, welches für diesen Bereich zuständig ist. Entsprechende Informationen über die Voraussetzungen zur Tätigkeit in diesem Bereich geben die Sicherheitsunternehmen heraus.

Die Fluggäste, die auf dem Gelände des Airports parken, können zuvor die nötigen Informationen rund um die Parkmöglichkeiten sowie wichtige Sicherheitsvorkehrungen einholen. Später können sie sich dank des gut ausgebildeten Personals darauf verlassen, dass ihr Fahrzeug sicher verwahrt wird.

Über den Autor

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

Lassen Sie eine Antwort hier