Pilot werden: So stehen die Chancen für Berufsanfänger

Pilot werden und die Welt jeden Tag aus der Vogelperspektive erleben. Das wünschen sich viele junge Menschen. Wie verläuft eigentlich die Pilotenausbildung und wie stehen eigentlich die Chancen für Berufsanfänger?

Pilot werden: Der Traum vom Fliegen

Der Traum vom Fliegen: Seit jeher ist der Mensch davon fasziniert. Ein Gefühl von Freiheit stellt sich über den Wolken ein, das mit wenig zu vergleichen ist. Pilot zu werden ist auch der Traum vieler Schulabgänger. In der Welt unterwegs sein, die unterschiedlichsten Städte und Orte aus der Vogelperspektive betrachten und alles andere als ein langweiliger, 08/15-Büroalltag. Dazu ein üppiges Gehalt. Kein Wunder, dass sich da viele junge Menschen schon frühzeitig das Ziel setzen, Pilot zu werden und abzuheben.

Die Arbeit als Pilot ist alles, bloß kein Allerweltsberuf. Und das, obwohl der Pilot ja auf dem ganzen Globus unterwegs ist und quer durch die Welt fliegt. Ein ungemein hohes technisches Verständnis, der professionelle Umgang mit unerwarteten Druck- und Stresssituationen sowie geübte (Selbst-)Management-Fähigkeiten. Nur einige der vielen, ganz unterschiedlichen Anforderungen an einen Piloten. Doch das hält viele junge Leute nicht davon ab, sich auf eine Ausbildung bei einer Airline zu bewerben, z.B. bei der Lufthansa oder Condor.

Kein Wunder, dass sich da viele junge Menschen schon frühzeitig das Ziel setzen, Pilot zu werden und abzuheben.(#01)

Kein Wunder, dass sich da viele junge Menschen schon frühzeitig das Ziel setzen, Pilot zu werden und abzuheben.(#01)

Der berufliche Alltag: Was macht ein Pilot?

Wer Pilot werden will, verbringt später einmal die meiste Zeit seiner täglichen Arbeit im Cockpit des Flugzeugs. Der Arbeitsplatz liegt also größtenteils über den Wolken. Allerdings wird jeder Flug natürlich zunächst einmal am Boden exakt durchgeplant und vorbereitet. Der Pilot trägt zudem die volle Verantwortung für „sein“ Fluggerät. Die ausgiebige Überprüfung des Flugzeugs auf Betriebssicherheit, ist daher obligatorisch. Ebenso ist es der Pilot selbst, der gegebenenfalls Wartungsarbeiten und Reparaturen in Auftrag gibt. Es müssen also Dinge wie der Aufbau, die Technik und die Anforderungen an ein Flugzeug aus dem Stehgreif beherrscht werden.

Dasselbe gilt für die nationalen und internationalen Flugverkehr-Bestimmungen, an die man sich – abhängig vom jeweiligen Flugziel – stets zu halten hat. Bestens im Blick sollte der Pilot zudem die Wetterlage haben, auch die Flugrouten sowie eventuelle Ausweichstrecken muss er kennen. Während jederzeit die Instrumente an Bord beobachtet werden müssen, besteht Kontakt zur Flugsicherung. Dies alles verdeutlicht die Bedeutung von konzentrierter, geübter Multitasking-Fähigkeit.

Pilot werden: Die Voraussetzungen

Um Pilot zu werden, ist keine bestimmte schulische Ausbildung oder ein spezieller Notenschnitt, vorgeschrieben. Die allermeisten Ausbilder, etwa die Lufthansa, verlangen aber mindestens eine gute (Fach)Hochschulreife. Eine sehr gute Allgemeinbildung wird immer vorausgesetzt. Besonders gute Zensuren sollten in naturwissenschaftlichen Fächern wie Mathe und Physik vorhanden sein, darüber hinaus werden überdurchschnittliche Englisch-Kenntnisse erwartet. Die Chancen bei der Bewerbung erhöhen weitreichende Kenntnisse auch noch in weiteren Fächern, etwa Geografie oder Technik/Werken.

Wer Pilot werden will, muss darüber hinaus besonders ausgeprägte und herausgebildete persönliche Stärken mitbringen. Anforderungen, die von jedem Ausbilder erwartet werden sind u.a.: Menschenkenntnis, ausgeprägte Sozialkompetenz (für jede Route gibt es eine neue Mannschaft), Disziplin, hohe Konzentrationsfähigkeit und gute Raumorientierung, bis hin zu Reaktionsfähigkeit und der bereits erwähnten Selbstorganisation.

Die Chancen bei der Bewerbung erhöhen weitreichende Kenntnisse auch noch in weiteren Fächern, etwa Geografie oder Technik/Werken.(#04)

Die Chancen bei der Bewerbung erhöhen weitreichende Kenntnisse auch noch in weiteren Fächern, etwa Geografie oder Technik/Werken.(#04)

Pilotenausbildung: Pilot nicht gleich Pilot

Es gibt verschiedene Arten von Piloten und Ausbildungen. Je nachdem, was später einmal angestrebt wird und ob man z.B. eher Flugzeuge oder Hubschrauber bevorzugt. So gibt es z.B. die Pilotenausbildung zum Berufs-Flugzeugführer. Diese Piloten sind dazu berechtigt, entweder ein kleineres Flugzeug zu fliegen (eine Lizenz für diesen Flugzeugtyp muss vorhanden sein) oder auch größere Exemplare, dann jedoch nur als Co-Pilot.

Alle Großflugzeuge, z.B. eine Boeing oder einen Airbus, darf derjenige steuern, der erfolgreich zum Verkehrs-Flugzeugführer ausgebildet wurde. Fliegen darf er dann als verantwortlicher Kapitän. Genau davon träumen viele derjenigen, die Pilot werden möchten: eigenverantwortlich eine große, technisch anspruchsvolle Passagiermaschine über weite Distanzen z.B. an exotische Ziele, zu steuern.

Allerdings müssen die Piloten dafür weitere Lizenzen erworben und weit mehr Flugstunden absolviert haben. Wer Hubschrauber bevorzugt, für den gibt es noch die Pilotenausbildung zum Berufs-Hubschrauberführer. Die Art der Einsätze können dabei stark variieren: ob Personen- oder Aufklärungsflüge, ob Krankentransporte oder Einsätze zwecks Brand- und Schädlingsbekämpfung aus der Luft.

Pilot werden: Der Weg ins Cockpit

Bekanntlich führen viele Wege nach Rom, und auch das große Ziel vom Arbeiten im Cockpit kann man über verschiedene Wege erreichen. Der klassische Weg, um sich als Pilot für ein Verkehrsflugzeug ausbilden zu lassen, führt über die Airline. Die meisten derer, die Pilot werden wollen, bewerben sich daher auch bei einer der Fluglinien, etwa bei der Lufthansa oder Germanwings.

Der Vorteil: Es besteht die Möglichkeit, dass die Ausbildungskosten übernommen werden. Oder zumindest Teile davon. Auch winkt nach erfolgreich durchlaufener Ausbildung nicht selten ein unbefristeter Arbeitsvertrag. Eine hohe Hürde stellen allerdings die meist mehrstufigen Assessment-Center da, die nur maximal jeder Zehnte Bewerber besteht.

Komplett selbst müssen die Kosten bei einer privaten Flugschule getragen werden. Diese selbstfinanzierte Pilotenausbildung ist weniger komfortabel als die bei einer Airline, aber: sie ist flexibler. So gibt es etwa die Möglichkeit, die Ausbildung in verschiedenen Modulen abzulegen, die man zudem berufsbegleitend absolvieren kann. Und: Theorieunterricht wird zum Teil sogar als Fernunterricht erteilt.

Pilot werden: Der Weg über das Militär

Jungen Pilotenanwärtern steht auch noch der Weg über die Bundeswehr offen.(#02)

Jungen Pilotenanwärtern steht auch noch der Weg über die Bundeswehr offen.(#02)

Jungen Pilotenanwärtern steht auch noch der Weg über die Bundeswehr offen. Dieser Ausbildungsweg gilt als der günstigste, jedoch auch als einer der anspruchsvollsten um ins Cockpit eines Verkehrsflugzeugs zu gelangen. Der zeitintensivste ist er darüber hinaus. Denn bevor ein (weitestgehend) „ziviler Arbeitsalltag“ möglich ist, muss man sich beim Bund verpflichten. Die Mindestverpflichtungszeit für alle Piloten bei der Bundeswehr beträgt insgesamt 16 Jahre. Diese wird jedoch stufenweise festgesetzt – nach den jeweiligen Ausbildungsabschnitten, die bestanden werden müssen.

Wer Pilot werden und nicht den Weg über die Bundeswehr gehen will, muss zum Teil sehr tief in die eigene Tasche greifen. Gerade wer sich an einer privaten Flugschule bzw. in der freien Wirtschaft ausbilden lassen möchte. 60 000 Euro gelten als Richtwert. Viele junge Menschen, die Pilot werden wollen, stellen sich da natürlich auch die Frage, wie überhaupt die Berufschancen nach dieser kostenintensiven Pilotenausbildung stehen.

Was kommt nach der Ausbildung?

Wer sich beim Bund als Pilot ausbilden lässt, hat den Vorteil, dass ihm gleich zu Beginn ein attraktives Gehalt erwartet. Während man in der freien Wirtschaft oder bei einer Airline wie der Lufthansa, zunächst meist in Vorleistung gehen muss, bezieht der Jung-Pilot beim Militär schon in der Ausbildung ein monatliches Einkommen. Bei der Lufthansa arbeiten frisch ausgebildete Berufsanfänger oft als Simulatorpilot oder Referent. Oder sie fliegen zunächst für andere Fluggesellschaften, nicht selten als Co-Pilot in kleineren Maschinen.

Dies muss sich jeder klar machen, der Pilot werden will: nach der Ausbildung bei der Airline kann es häufig noch Monate dauern, bis der Berufseinstieg als Co-Pilot dann tatsächlich beginnt. Allerdings entschädigt dafür ein stattliches Einstiegsgehalt. Bei der Lufthansa etwa liegt es bei 60 000 Euro brutto. Allerdings: von dem Einkommen müssen dann erst einmal die Schulden aus der Ausbildungszeit zurückgezahlt werden.

Berufsaussichten: Wer stellt die meisten Arbeitsplätze?

Wer einmal Pilot werden will, stellt sich die Frage: wo werde ich später eigentlich einmal arbeiten? Ein erheblicher Anteil aller Piloten-Arbeitsplätze wird von den Fluglinien und Fluggesellschaften gestellt. Dann folgt der sog. „Executive-Aviation“-Bereich, darunter fallen z.B. Firmen und Gesellschaften, deren Geschäft Privat- und Firmenflüge sind. An dritter Stelle liegen die übrigen Organisationen, u.a. im Bereich des Militär- oder Rettungsflugdiensts.

Grundsätzlich gilt: wie in jedem anderen Berufsfeld und Segment auch, sind die Berufschancen nach der erfolgreich absolvierten Ausbildung immer von den jeweils gegenwärtigen Verhältnissen am Markt, abhängig. Die Anzahl der Reisenden, die das Flugzeug als Verkehrsmittel nutzen, steigt kontinuierlich. Und viele Linien stocken ihre Flotten immer weiter auf. Aber obwohl dem Markt allgemein hohe Wachstumschancen eingeräumt werden, ist das Potential in den unterschiedlichen Märkten und (Welt-) Wirtschaftsräumen verschieden. Auch, weil diese unterschiedlich stark umkämpft sind. Gut aufgestellt und gerüstet ist man als Pilot in jedem Fall, wenn man über die erforderlichen Lizenzen und eine hochwertige, umfassende Ausbildung verfügt.

Der Pilot ist heute Manager und Flugzeugführer

Viele Airlines, darunter auch die Lufthansa, schreiben auf ihren Webseiten beim Thema „Berufsprofil“, dass es sich bei heutigen Piloten mehr denn je um Manager handelt. Manager deshalb, da sie eine ganze Reihe an verantwortungsvollen Aufgaben und Anforderungen parallel „managen“ müssen. Ihr Arbeitsplatz, das Cockpit, ist ein hochmodernes, hoch technisiertes Umfeld. Die Cockpits sind quasi fliegende Computerzentralen, die von den Piloten perfekt beherrscht werden müssen.

Sie sind eingebettet in ein miteinander verbundenes System aus Elektronik, High-Tech, ständiger Information und Kommunikation mit der Crew. Daneben gilt es, wichtige, auch spontane Entscheidungen zu treffen und jeder nur denkbaren Belastungssituation gewachsen zu sein. Klar ist aber auch: wer den Job liebt und später in den Genuss des attraktiven Gehalts sowie des hohen gesellschaftlichen Ansehens, das mit dem Beruf einhergeht, kommt, der profitiert im Allgemeinen von einer sehr hohen Lebensqualität.

Ihr Arbeitsplatz, das Cockpit, ist ein hochmodernes, hoch technisiertes Umfeld.(#03)

Ihr Arbeitsplatz, das Cockpit, ist ein hochmodernes, hoch technisiertes Umfeld.(#03)

Man muss nicht Pilot werden um abzuheben

Es gibt natürlich auch viele Menschen die davon träumen, einen Job über den Wolken auszuüben, aber kein Pilot werden möchten. Oder Personen, die gerne Flughafen-Luft schnuppern oder sich für die technische Komponente rund um Fluggeräte interessieren. Zudem gibt es auch noch eine Reihe kaufmännischer Berufe, die mit dem Flugbetrieb oder der Luftfahrt zu tun haben. In diesen Fällen bietet es sich an, sich einmal die Alternativen zur Pilotenausbildung genauer anzuschauen.

Zwei der spannendsten Tätigkeiten in diesem Umfeld: der Flugbegleiter und der Fluglotse. Zum Flugbegleiter kann man sich in sechs bis zwölf Wochen ausbilden lassen, die Ausbildung verläuft schulisch. Im Zentrum steht die Serviceleistung im Cockpit: man kümmert sich um das Wohl der Fluggäste, ist deren Ansprechpartner und weist sie in die Sicherheitsbestimmungen ein. Der Fluglotse hingegen überwacht unter Zuhilfenahme moderner Technik den Flugverkehr. Er steht per Funk beständig mit den Piloten in Kontakt.


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Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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