Business Aviation: Die Situation in Deutschland

Business Aviation gehört in anderen Ländern an die Tagesordnung, in Deutschland ist diese Branche noch in der Entwicklung. Dabei hat Business Aviation große Vorteile für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Die aktuelle Situation:

Business Aviation in Deutschland: Der aktuelle Stand

Wer geschäftlich schnell von A nach B kommen muss, für den gibt es kaum eine Alternative zu Business Aviation. Denn kein anderes Fortbewegungsmittel ist so schnell unterwegs wie das Flugzeug. Trotzdem geht die Entwicklung hin zu einer geschäftlichen oder auch privaten Nutzung eines Jets sehr langsam voran. Sie scheint in der BRD nach wie vor ein Phänomen der Superreichen zu sein.

Wer geschäftlich schnell von A nach B kommen muss, für den gibt es kaum eine Alternative zu Business Aviation. (#01)

Wer geschäftlich schnell von A nach B kommen muss, für den gibt es kaum eine Alternative zu Business Aviation. (#01)

Business Aviation: Licht und Schatten

Business Aviation bedeutet schlicht und einfach, dass man mit einem privaten Jet zu einem geschäftlichen Termin reist. Der große Vorteil der Business Aviation ist dabei, dass mit dem Privatjet auch Flughäfen angeflogen werden können, die von einer kommerziellen Airline oder einen kommerziellen Aircraft nicht angeflogen werden.

Business Aviation ist daher ein guter Weg, an Orte zu gelangen, die man unter anderen Umständen nur mit dem Auto erreichen könnte. Das bedeutet natürlich auch, dass Business Aviation viel schneller ist als normale Linienflüge. Die Mehrzahl der Flugzeuge, die für Business Aviation eingesetzt wird, gehört der Regierung und dient daher folgerichtig auch dazu, offizielle Personen aus den Regierungskreisen zu befördern.

Einen kleineren Anteil an der Gesamtmenge der Passagiere stellen Marketingmanager und -teams oder gar Ingenieure und sonstiges technisches Personal, das mit einem privaten Jet an den Einsatzort geflogen wird. Weniger als drei Prozent der Business Aviation ist in privater Hand.

War die Business Aviation früher wirklich nur der absoluten Führungsspitze eines Unternehmens vorbehalten, gibt es in den letzten Jahren hier eine Änderung: Mehr und mehr mittleres Management-Personal macht nun ebenfalls von der Business Aviation gebrauch und fliegt so schneller und effektiver zu Terminen.

Video: Luxusreisen – Der Privatjet für jeden

Business Aviation als wirtschaftlicher Faktor

Aus wirtschaftlicher Sicht gibt es viele Gründe, die für Business Aviation sprechen. An erster Stelle steht zunächst:

  • Die Zeitersparnis,  weil man nicht mehr umständlich zum Geschäftstermin anreisen, sondern sich mit dem Privatjet direkt bis an den Zielort fliegen lassen kann, bedeutet eine ganze Menge Vorteile: Man ist ausgeruhter, da man nicht mehr so viel Zeit für die An- und Abreise benötigt und damit auch produktiver. Ausgeschlafene Ideen sind meist die besseren.
  • 400.000 Arbeitsplätze in Europa. Dabei schafft Business Aviation aber auch ganz konkret selbst Arbeitsplätze: Aktuell ungefähr 400.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Europa verdienen ihr Einkommen in der privaten Luftfahrt.
  • 100.000 europäische Städte werden angeflogen. Für diese Städte bedeutet die bessere Erreichbarkeit ebenfalls einen wirtschaftlichen Aufschwung. Denn auch der Nahverkehr oder private Taxiunternehmen profitieren von dem erhöhten Besucheraufkommen.
  • Schwierig erreichbare Wirtschaftsregionen werden mit Business Aviation leichter erreichbar gemacht und so an den Markt angeschlossen.
Business Aviation schafft aber auch ganz konkret Arbeitsplätze. (#02)

Business Aviation schafft aber auch ganz konkret Arbeitsplätze. (#02)

Auch die Allgemeinheit profitiert von Business Aviation

Nun könnte man zu dem Schluss kommen, dass ausschließlich die reiche Oberschicht von dem Thema Business Aviation in Deutschland und Europa profitiert. Das ist aber nicht der Fall, denn auch für die Allgemeinheit tut die private Luftfahrt so einiges:

  • 1.200 Flüge aus medizinischen Gründen jeden Monat. Tatsächlich werden mit einem privaten Jet pro Monat über 1000 Krankenflüge gemacht. Die Patienten sind dabei nicht immer Menschen, die besser betucht sind, sondern häufig auch „Normalbürger“, die ohne die Hilfe der privaten Luftfahrt nur schwierig wieder zurück in ihr Heimatland gelangen würden.
  • Flüge im Suchdienst. Daneben werden private Flugzeuge auch bei der Suche nach vermissten und verletzten Personen eingesetzt. Auch hier kommt also ein gesamtgesellschaftliches Engagement der Business Aviation zum Tragen.

Business Aviation in Deutschland: Zahlen und Fakten

Wir haben uns weiter oben den aktuellen Stand in Europa angesehen, doch wie sieht es ganz konkret in Deutschland auf dem Gebiet der Business Aviation aus?

Aktuell gibt es in Deutschland 87 Fluggesellschaften, die private Flüge zu frei wählbaren Destinationen anbieten. Übrigens muss es dabei auch nicht immer eine geschäftliche Reise sein, auch private Urlaubsflüge lassen sich über die Flugbetriebe buchen. Dazu hat man die Wahl aus 610 verschiedenen Flugzeugen: Jets oder Turbopops stehen bei der Business Aviation zur Verfügung. Eine Cessna gehört leider nicht zur Flotte.

Im Bereich der Business Aviation setzt man auf Klasse statt Masse. Das wissen auch die Kunden zu schätzen, die -wenn überhaupt – dann nur in einer sehr kleinen Gruppe reisen. In Deutschland können dabei 167 private Flughäfen angeflogen werden. Zusammen mit den ohnehin gut erreichbaren öffentlichen Flugplätzen, bildet die Business Aviation damit ein engmaschiges Netz, das dazu führt, dass viele Orte in Deutschland problemlos angeflogen werden können.

Wirtschaftlich bedeutet das, das sowohl direkt als auch indirekt ungefähr 92.500 Arbeitsplätze in Deutschland durch die Business Aviation geschaffen werden.

Business Aviation: Aktuell gibt es in Deutschland 87 Fluggesellschaften, die private Flüge zu frei wählbaren Destinationen anbieten. (#03)

Business Aviation: Aktuell gibt es in Deutschland 87 Fluggesellschaften, die private Flüge zu frei wählbaren Destinationen anbieten. (#03)

Business Aviation spart Zeit, auf vielen Wegen

Wie bereits erwähnt ist die Zeitersparnis einer der bestimmenden Faktoren der Business Aviation – und zwar aus verschiedenen Gründen. Die privaten Jets fliegen die Passagiere sofort dorthin, wo sie hin möchten. Das spart bereits Zeit.
Bei der Business Aviation spart man sich nämlich auch Zwischenstopps, wie man sie hin und wieder auf bestimmten Routen innerhalb der öffentlichen Luftfahrt hat.

Mit der Business Aviation fliegt man dann, wann man will. Meeting um 15 Uhr in Zürich? Kein Problem mit der Business Aviation. Während man im öffentlichen Flugverkehr an die vorgegebenen Abflugzeiten gebunden ist, ist man mit einem privaten Jet weitaus flexibler unterwegs. Abhängig vom individuellen Zeitplan kann man sich den Flug so legen, wie er passt und vor allem auch nach dem Meeting schnell wieder zurück zur Familie fliegen.


Bildnachweis:© Shuttertock – Titelbild: Phovoir – #01: Carlos Yudica – #02: Mikhail Starodubov – #03: Sorbis

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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