Auf seiner interplanetaren Reise aktivierte JUICE zwischen dem 5. und 25. November 2025 das DLR-Kamerasystem JANUS, das aus Distanzen von 63 bis 185 Millionen Kilometern 120 multispektrale Aufnahmen von Komet 3I/ATLAS lieferte. Die sieben Spektralbänder zwischen 380 und 1.015 Nanometern heben detailliert Gas- und Staubstrukturen in Koma und Schweif hervor. Diese einmalige Beobachtung bestätigt die Flexibilität von JANUS und eröffnet neue Perspektiven in der Kometenanalytik. Dabei belegt sie präzise Radiometrie.
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Schnelle Neuprogrammierung aktivierte im November JANUS-Kamera für interstellare Kometenbeobachtung
Das JUICE-Team hatte die Sonde ohne instrumentelle Aktivierung zur Erfassung wissenschaftlicher Daten auf den Weg zum Jupiter geschickt. Mit der Entdeckung des interstellaren Kometen 3I/ATLAS im Sommer 2025 erstellten die Missionsplaner binnen kürzester Frist ein neues Befehlsprotokoll. Vom 5. bis 25. November wurde die Multispektralkamera JANUS eingeschaltet und lieferte aus Distanzen zwischen 63 und 185 Millionen Kilometern insgesamt 120 hochauflösende Aufnahmen in sieben Spektralbändern, wodurch präzise Radiometrie für Detailanalysen gewährleistet.
Kometenbeobachtung Herbst 2025 unmöglich doch JUICE sichert wertvolle Daten
Im Herbst 2025 war die Sicht auf Kometen von der Erde aus durch eine ungünstige Elongation ausgeschlossen. JUICE befand sich jedoch auf der dem Sonnenlicht abgewandten Bahnseite, wodurch ein einzigartiger Beobachtungszeitraum unmittelbar nach dem Perihel entstand. Innerhalb weniger Tage plante das Operations-Team eine zielgerichtete Beobachtungskampagne. Mit der aktivierten Multispektralkamera JANUS wurden in diesem kritischen Zeitfenster Detailaufnahmen gewonnen, die sonst unerreichbar gewesen wären. Die schnelle Neuprogrammierung verdeutlichte die Einsatzbereitschaft des Missionskontrollteams.
Sieben Filter ermöglichen panchromatische wie farbkompositierte Darstellungen der Kometenkoma
JANUS nutzte sieben Spektralfilter zwischen 380 und 1 015 Nanometern, um über einen Zeitraum von Tagen mehr als 120 Aufnahmen des Kometen zu erstellen. Diese Filterbandbreite ermöglichte die gezielte Trennung von reflektiertem Staublicht und Emissionslinien gasförmiger Moleküle. Durch Kombination einzelner Bänder entstanden sowohl kontrastreiche Graustufenbilder als auch farbige Kompositansichten. So konnten Forscher präzise Jetstrukturen kartieren und die Verteilung von Gas- und Staubkomponenten in der Koma analysieren mit hoher Empfindlichkeit.
DLR-Technik ermöglicht Erkennung feiner Jetstrukturen und Filamente im Schweif
Nach Aussagen von Dr. Ganna Portyankina vom DLR wurde mit JANUS erstmals eine zuverlässige Detektion besonders schwacher Schweifstrukturen erreicht und gleichzeitig eine hochaufgelöste Radiometrie der Koma in Kernnähe gewährleistet. Die überlegene Sensorik und präzise Kalibrierungsroutinen, entwickelt vom DLR-Team, ermöglichten die Identifizierung feiner Jet- und Filamentstrukturen, die zuvor mit herkömmlichen Systemen nicht sichtbar waren. Dank dieser Leistungssteigerung konnten insbesondere bedeutend vielseitige Forschungsperspektiven eröffnet werden.
Ab 2031 liefert JANUS erstklassige hochauflösende Jupiter und Eismondaufnahmen
Ein internationales Team unter Führung von LeonardoSpA in Italien entwickelte die Kamera JANUS als Kerninstrument für die JUICE-Mission. Dabei bündelten ASI, INAF, DLR, das CSIC-IAA aus Granada und die CEI-Open University in Milton Keynes ihre Expertise in Optik- und Sensortechnik. Das robuste Design und präzise Kalibrierungsverfahren gewährleisten eine herausragende Bildqualität. Ab 2031 liefert JANUS hochauflösende Daten von Jupiter sowie den Eismonden, um Atmosphärenprozesse und Oberflächenstrukturen zu untersuchen zur Planetenforschung beizutragen.
Datenübertragung bestätigt Jets und Ströme um antisolaren Schweif herum
Am 19. Februar 2026 übertrug die Sonde umfassende Telemetrie mit Daten zu Jets, filamentartigen Gas- und Staubströmen sowie einem antisolaren Schweif, der rund sechs Millionen Kilometer lang ist. Morphologische Details und photometrische Intensitätsprofile belegen überzeugend, dass 3I/ATLAS im Sonnensystem vergleichbar zu einheimischen Kometen reagiert. Diese Erkenntnisse ermöglichen neue Einblicke in Ausgasungsmechanismen, Staubexpulsion und Aktivitätsdynamiken interstellarer Objekte unter solaren Bedingungen. Sie liefern eine wichtige Datengrundlage für Modellierung und Interpretation zukünftiger Kometenmissionen.
Mit der schnellen Neuaktivierung von JANUS bewies die Kamera ihre außerordentliche Vielseitigkeit insbesondere in zeitkritischen Beobachtungsszenarien. Ihre sieben Spektralbänder zwischen Ultraviolett und nahen Infrarot erlauben die differenzierte Analyse von Gas- und Staubanteilen, während präzise Kalibrierung ein verlässliches Radiometrieverfahren selbst bei schwachen Emissionen sicherstellt. Durch diese integrale Kombination aus Bandbreite, Auflösung und Adaptivität hebt JANUS den Standard für die Erfassung entfernter Kometen und bereitet komplexe interstellare Missionen sowie zukünftige Projekte vor.

