Volocopter von E-Volo hebt in Dubai ab

Mit dem Volocopter von E-Volo wird die Verkehrsbehörde RTA von Dubai den Testbetrieb für autonome Lufttaxis aufnehmen.

Der Volocopter von E-Volo hebt ab

Das in Bruchsal bei Karlsruhe ansässige Unternehmen e-Volo arbeitet an der Entwicklung eines einzigartigen Fluggeräts. Der Volocopter ist ein so genannter Multicopter und erinnert stark an die Drohnen, die Hobbyisten in ihrer Freizeit aufsteigen lassen. Er fliegt mit 18 in einer Art Kranz um den eiförmigen Rumpf angeordneten Rotoren. In seiner aktuellen Version bietet dieser Multicopter Platz für zwei Personen. Er kann entweder von einem Piloten gesteuert werden oder aber autonom fliegen. Ein Batterie-Wechselsystem liefert Strom für den Antrieb. E-Volo vermarktet seinen kuriosen Flieger als Lufttaxi und für die Sportfliegerei.

Die Firmengründer Erbauer des Volocopters, Stephan Wolf und Alexander Zosel, im VC200. (#1)

Die Firmengründer Erbauer des Volocopters, Stephan Wolf und Alexander Zosel, im VC200. (#1)

Volocopter von E-Volo für Dubai

Jüngst konnte sich e-Volo einen lukrativen Auftrag sichern. Die Verkehrsbehörde von Dubai (RTA, also Roads and Transport Authority) am Persischen Golf sucht zur  Zeit nach geeigneten Fluggeräten für ein neues Lufttaxi-Netz, mit dem der stetig wachsende Individualverkehr in dem stark urbanisierten Golfstaat entlastet werden soll.Im Juni 2017 wählte die RTA  e-Volo und den Volocopter für den Testbetrieb aus. „Auftakt ist bereits im vierten Quartal 2017 und das Projekt ist auf rund fünf Jahre angesetzt“, sagt Alexander Zosel, Mitgründer der Firma Volocopter.

Dubai realisiert damit den weltweit ersten Testbetrieb mit autonomen Flugtaxis.  Die RTA will  einen Teil des Verkehrs in die Luft verlegen und den Ausstoß von Verbrennungsgasen senken. Bis 2030 sollen autonome Verkehrsmittel ein Viertel aller Fahrten des Individualverkehrs durchführen.

Der 2X wurde erstmals auf der Luftfahrtmesse Aero 2017 in Friedrichshafen vorgestellt.

Der 2X wurde erstmals auf der Luftfahrtmesse Aero 2017 in Friedrichshafen vorgestellt.

Beginn der Volocopter-Entwicklung

Der erste bemannte Volcopter, der VC1, startete im Oktober 2011 zum Erstflug. Das war der erste bemannte Flug eines Multicopters mit elektrischem Antrieb überhaupt.  Der Prototyp VC200 flog mit einer Zulassung als UL oder Ultraleichtflugzeug erstmals am 30. März 2011. Auf der diesjährigen Luftfahrtmesse AERO in Friedrichshafen stellte das Unternehmen dann den 2X vor, eine Weiterentwicklung des ursprünglichen Prototypen. Sie soll 2018 in die Serienproduktion gehen, sobald die deutschen Behörden die Musterzulassung erteilt haben. Die 2X wäre dann als Luftsportgerät zugelassen.

Der Volocopter von E-Volo ist einfach zu fliegen

Durch eine automatische Höhen- und Lageregelung soll der 2X so einfach zu fliegen sein, dass ihn auch Piloten mit einer Sportpilotenlizenz sicher beherrschen können. Zum Fliegen reicht ein Steuerknüppel.

Die beiden Volocopter im Bild – hinten der VC200, vorne der 2X, der auch in Dubai erprobt werden soll.

Die beiden Volocopter im Bild – hinten der VC200, vorne der 2X, der auch in Dubai erprobt werden soll.

Das ist ein echtes Novum, denn Hubschrauber sind eigentlich von Natur aus instabil. Sie neigen dazu, ihre Fluglage durch Schieben, Drehen oder Neigen zu verlassen. Daher müssen Piloten konventioneller Hubschrauber ständig drei Kontrollorgane bedienen, um dies zu verhindern. Mit einem Hebel regeln sie den Anstellwinkel des Hauptrotors, und damit den Auftrieb sowie  die Triebwerksleistung. Hinzu kommt ein Hebel zur Kontrolle um die  Längs- und Querachse. Mit den Fußpedalen schließlich steuern Piloten die Bewegung des Hubschraubers um die Hochachse, also etwa von links nach rechts.

E-Volo arbeitet außerdem an einer viersitzigen Version. Im Augenblick sind  die Multicopter jedoch nur mit Piloten unterwegs. Für den autonomen Einsatz als Drohne oder gar mit Passagieren fehlen in Deutschland zur Zeit die gesetzlichen Grundlagen.


Bildnachweis: © Volocopter

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Über Friedrich List

Mein Beruf ist das Schreiben; ich arbeite als freier Journalist, Texter und Buchautor. Das reicht für Leben und Modellbau, also auch für das eigentliche Leben. Beruflich wie als Modellbauer interessiert mich die Luftfahrt, speziell die der großen Luftfahrtländer. Ich baue auch gerne mal etwas, das aus dem Rahmen fällt. Hauptantriebskräfte: Neugier, Kaffee und ein guter Witz.

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