Flugangst überwinden: 5 Tipps, die wirklich helfen!

Rund 16 % der Deutschen leiden unter Aviophobie. Die Flugangst überwinden ist ein Prozess, der eine lange Zeit in Anspruch nehmen kann. Dabei kommt es darauf an, sich selbst die Angst einzugestehen und mit verschiedenen Methoden dagegen anzugehen.

Flugangst überwinden durch den Blick auf die Phobie

Um die eigene Flugangst überwinden zu können ist es gut, sich erst einmal mit der Thematik zu beschäftigen. Die Flugangst kann sich auf unterschiedliche Weise zeigen. Einige Menschen bekommen bereits Herzrasen, wenn sie nur an ein Flugzeug denken. Andere Betroffene bemerken erst an Bord die ersten Anzeichen. Dabei kommt es auch darauf an, ob eine Höhenangst, eine Platzangst oder eine vielleicht das Beifahrersyndrom den Auslöser darstellen.

Die Symptome können unterschiedlich sein:

  • Körperliche Symptome treten besonders häufig auf. Hier können unterschiedliche Anzeichen vorhanden sein. Herzrasen und eine schnelle Atmung sind typisch. Betroffene leiden dann unter Schwindelanfällen und haben das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen.
  • Bauchschmerzen vor dem Flug sowie ein erhöhter Harndrang oder sogar Durchfall sind ebenfalls typische Symptome.
  • Negative Gedanken sind ebenfalls ein Anzeichen. Sie sind der Auslöser dafür, dass die Angst Oberhand gewinnt. Betroffene fangen an darüber nachzudenken, was ihnen beim Flug alles passieren kann. Sie lesen vielleicht sogar Berichte und fühlen sich dann bestätigt. Die Wahrnehmung wird deutlich selektiver und rationale Gedanken sind nur noch schwer möglich.
  • Panikattacken sind dann die Reaktion des Körpers auf die Gedanken. Sie können plötzlich kommen oder sich auch erst aufbauen. Dabei sind die Symptome unterschiedlich. Hyperventilation und Ohnmacht, Schwindel und die Angst vor einem Herzinfarkt gehören dazu.

Interessant. Die Flugangst hat durchaus auch biologische Wurzeln. Immerhin ist nicht jeder Mensch gleich stark betroffen. Grund dafür kann sein, dass Betroffene im Gehirn ein Ungleichgewicht von wichtigen Botenstoffen aufweisen. Dazu kommen auch die Erziehung sowie Erfahrungen der Betroffenen.

Video: Angst vorm Fliegen | Wer nicht fragt, stirbt dumm | ARTE

Diese 5 Tipps helfen die Flugangst zu überwinden

Höhenangst ist weit verbreitet, schwierig wird es jedoch, wenn sich die Gedanken nur darum drehen, wie sich der nächste Flug überstehen lässt. Bei einigen Menschen wirkt sich dies sogar auf die Karriere aus.

Egal, ob die Flugangst aus Klaustrophobie oder Höhenangst entstanden ist oder einfach die Gedanken immer im Kopf kreisen: Sie schränkt stark im Leben ein. Wer nicht mehr in ein Flugzeug steigt aus Angst, der benötigt Unterstützung. Therapieren ist ein guter Weg.

Erste Schritte lassen sich auch schon mit den nachfolgenden fünf Tipps erreichen.

    1. Die Auswahl vom Sitzplatz

    Fliegen steht bevor und die Gedanken kreisen schon um den Flug? Hier kann es helfen, sich auf den Sitzplatz zu konzentrieren. Ein häufiger Auslöser ist Platzangst. Die Klaustrophobie lässt sich verringern, wenn ein ruhiger Platz gesucht wird. Geeignet sind die Plätze, die im vorderen Bereich des Flugzeugs liegen. Hier sind die Geräusche geringer und Bewegungen werden nicht ganz so stark übertragen. Hinter den Tragflächen sieht es dagegen anders aus.

    2. Gute Fluglinie wählen

    Die Sicherheit von einem Flugzeug spielt eine große Rolle, wenn es darum geht, die Angst zu besiegen. Es kann helfen, sich für einen Flug bei einer bekannten Airline zu entscheiden. Es hat sich gezeigt, dass Kunden meist ein großes Vertrauen in Unternehmen haben, die sehr breit aufgestellt sind und bereits jahrelang Flüge anbieten. Bei kleinen Fluggesellschaften ist dieses Vertrauen dagegen weniger gegeben.

    3. Offen über die Flugangst sprechen

    Natürlich ist alles einfacher, wenn der Flug nicht allein durchgeführt werden muss. Wer einen Menschen an seiner Seite hat, dem er vertraut, der kann sich hier auch mehr fallenlassen. Generell ist es ein guter Ansatz, über die eigenen Ängste zu sprechen und hier auch ruhig das Flugpersonal einzubeziehen. Die Mitarbeiter haben Erfahrung bei der Betreuung von Passagieren mit Flugangst und können beruhigend auf sie einwirken. Zudem sollte immer gefragt werden, wenn der Passagier sich Sorgen macht oder ihm etwas ein wenig unsicher erscheint. Auf diese Weise lassen sich scheinbar auffällige Veränderungen beim Flug leicht erklären. Von Turbulenzen bis hin zu den aufleuchtenden Anschnallzeichen bei einem scheinbar ruhigen Flug gibt es hier verschiedene Punkte, die eine Flugangst bestärken können.

    4. Für Ablenkung sorgen

    Gut ist es, wenn Betroffene möglichst wenige Optionen haben, um sich überhaupt mit ihrer Flugangst zu beschäftigen. Das funktioniert durch Ablenkung. Wer beispielsweise während des Fluges an seiner Karriere feilt, ein spannendes Buch liest, einen Film schaut oder mit Snacks beschäftigt ist, der hat weniger Zeit, sich über seine Angst Gedanken zu machen. Zu verzichten ist aber lieber auf Alkohol. Er kann die Entspannung beeinflussen und die Nervosität erhöhen.

    5. Natürliche Beruhigungsmittel nutzen

    In Absprache mit dem Arzt kann es eine Lösung sein, auf natürliche Beruhigungsmittel zurückzugreifen. Ein gutes Mittel stellt beispielsweise Baldrian dar. Er kann sich lindernd auf die Ängste auswirken, auch wenn hier oft von einem Placebo-Effekt gesprochen wird.

    Vielen Menschen hilft bereits das Wissen, etwas zur Beruhigung eingenommen zu haben. In ganz schweren Fällen und bei seltenen Flügen kann es auch hilfreich sein, Medikamente einzunehmen. Dies sollte ausschließlich in Absprache mit dem Arzt erfolgen.

Interessant ist natürlich die Frage, wie Flugangst entstehen kann. ( Foto: Shutterstock-  BaLL LunLa)

Interessant ist natürlich die Frage, wie Flugangst entstehen kann. ( Foto: Shutterstock- BaLL LunLa)

Was ist der Auslöser für Flugangst?

Interessant ist natürlich die Frage, wie Flugangst entstehen kann. So gibt es Menschen, die lange Zeit in ein Flugzeug gestiegen sind und sich sogar auf die Reise gefreut haben. Um Flugangst überwinden zu können ist es daher wichtig zu wissen, wo deren Grundlagen zu finden sind.

Tatsächlich gibt es nicht nur eine Ursache als Auslöser für ein Gefühl der Beklemmung, das sich im Flugzeug einstellt. Von Platzangst über Höhenangst bis hin zu Todesangst ist alles möglich. Vielleicht besteht auch eine Kombination aus diversen Ängsten. Teilweise kann sogar ein Auslöser die Angst hervorrufen, wie starke Turbulenzen auf einem Flug.

Es kann natürlich hilfreich sein sich daran zu erinnern, ab wann die Flugangst aufgetreten ist. Wer einen Auslöser greifen kann, der hat es leichter, die Flugangst zu überwinden. Teilweise reicht es schon aus, sich damit zu beschäftigen, wie ein Flugzeug funktioniert. Ein fehlendes Wissen in diesem Bereich kann durchaus als Auslöser für die Aviophobie gelten.

Die Flugangst kann den Körper und die Seele belasten. Einer der wichtigsten Hinweise für Betroffene und Familien sowie Freunde ist es, diese Angst nicht wegzulächeln, sondern sie ernst zu nehmen.   (Foto: Shutterstock-zenstock  )

Die Flugangst kann den Körper und die Seele belasten. Einer der wichtigsten Hinweise für Betroffene und Familien sowie Freunde ist es, diese Angst nicht wegzulächeln, sondern sie ernst zu nehmen. (Foto: Shutterstock-zenstock )

Wie kann am besten mit der Flugangst umgegangen werden?

Die Flugangst kann den Körper und die Seele belasten. Einer der wichtigsten Hinweise für Betroffene und Familien sowie Freunde ist es, diese Angst nicht wegzulächeln, sondern sie ernst zu nehmen.

Betroffene sind sich faktisch darüber bewusst, dass die Wahrscheinlichkeit für einen Absturz sehr gering ist. Dies ändert aber nichts daran, dass dennoch die Gedanken da sind, die den Kopf beherrschen. Die genannten fünf Hinweise sind erste Schritte, um die Flugangst überwinden zu können. Generell ist es aber auch wichtig, sich professionelle Hilfe zu holen, wenn gar keine Verbesserungen eintreten.

Die Kraft der Gedanken ist nicht zu unterschätzen. Dies gilt allerdings nicht nur für die Entwicklung von Flugangst an sich. Auch deren Überwindung kann durch die Gedankenkraft erreicht werden. Wichtig ist es, positive Gedanken in den Vordergrund zu stellen. Die Kontrolle der eigenen Gedanken ist dabei der erste Schritt.

Bei Flugangst handelt es sich um eine anerkannte Erkrankung, die sich in erster Linie dadurch überwinden lässt, dass sich der Situation gestellt wird.

Flugangst überwinden kann teilweise nur noch mit einer professionellen Behandlung möglich sein. ( Foto: Shutterstock-illpaxphotomatic)

Flugangst überwinden kann teilweise nur noch mit einer professionellen Behandlung möglich sein. ( Foto: Shutterstock-illpaxphotomatic)

Eine professionelle Behandlung von Flugangst

Flugangst überwinden kann teilweise nur noch mit einer professionellen Behandlung möglich sein. Hier kann auf eine Psychotherapie oder auch auf eine kognitive Verhaltenstherapie zurückgegriffen werden. Einen wichtigen Aspekt stellt dabei die Konfrontation mit der Angst dar. Viele Betroffene suchen Wege, um nicht in ein Flugzeug steigen zu müssen.

Genau das ist jedoch eines der größten Probleme. Wenn die Karriere davon abhängt, ob Dienstreisen mit dem Flugzeug möglich sind oder sich Reiseziele nicht erfüllt werden können, beginnt die Suche nach einem anderen Weg. An dieser Stelle kann die Konfrontation mit der Angst eine Hilfe sein.

Dabei wird sehr gerne mit einer gestuften Konfrontation in der Therapie gearbeitet. In den ersten Schritten wird der Therapeut dem Betroffenen helfen, sich die Flugsituation im Kopf vorzustellen.

Zu Beginn wird hier noch die Schwierigkeit zu finden sein, dass der Betroffene sich die Situation gar nicht vorstellen kann. Das ändert sich nach und nach. Mit jeder Sitzung werden die Vorstellungen klarer und es fällt leichter, sich in die Situation zu denken.

Der Therapeut wir den Schwierigkeitsgrad erhöhen. Dabei stellt er Fragen, mit denen sich der Betroffene beschäftigen muss. Ziel dieser Konfrontation ist es, selbst in ein Flugzeug zu steigen und so die Angst zu überwinden.

Video: Angststörungen | Behandlung durch Konfrontation

Massierte Konfrontation als weitere Variante

In der Therapie gibt es auch noch die massierte Konfrontation. Hier wird der Betroffene nicht langsam an das Flugzeug herangeführt, sondern direkt mit diesem konfrontiert. Er muss einen Flug buchen und diesen angehen. Dadurch soll er erkennen, dass ihm im Flugzeug nichts passiert. Der Therapeut möchte aufzeigen: Die Symptome der Flugangst bedrohen nicht das eigene Leben.

Der Betroffene wird feststellen, dass sich das Herzrasen auch wieder legt und die Symptome weniger auftreten, wenn er sich auch weniger Gedanken macht.

Generell sind die Gedanken ein besonders wichtiges Thema. Hier muss eine Umstrukturierung stattfinden. Dies kann beispielsweise mit Entspannungstechniken erfolgen. Einige Betroffene können auch sehr gut damit arbeiten, sich über Fakten zu informieren. Das heißt, sie müssen heraussuchen, wie viele Flugzeuge täglich in die Luft steigen und auch wieder ohne Komplikationen landen.

Diese Ergebnisse stellen sie in Relation zu Unglücken und sehen so, dass es hier einen deutlichen Unterschied gibt. Allerdings ist diese Form der Konfrontation nicht für jeden Betroffenen geeignet.

Fazit: Die Aviophobie verschwindet nur durch Konfrontation

Wer grundsätzlich nicht darauf angewiesen ist, mit dem Flugzeug gewisse Ziele anzufliegen, der leidet eher weniger unter seiner Flugangst. Anders sieht es dagegen bei Betroffenen aus, die regelmäßig fliegen müssen.

Eine Therapie ist ein guter Weg, um die Flugangst überwinden zu können. Abhängig von der Ausprägung kann es aber auch eine Möglichkeit sein, die genannten Tipps erst einmal zu probieren und an sich und seinen Gedanken zu arbeiten.

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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