Einmal Weltraum und zurück
Der Sender HISPICO (Hoch Integrierter S-Band Transmitter für Picosatelliten) startete am 22. Oktober 2008 auf der Höhenforschungsrakete REXUS-4 in den Weltraum. Während des Fluges auf einer Höhe von circa 200 Kilometern übermittelte der Sender Bilder einer Kamera, die das VERTICAL Experiment der TU München die gesamte Flugzeit über beobachtete. Zehn Minuten nach dem Start landete die Rakete wieder sicher auf der Erde. Die REXUS Raketen, die vom MORABA-Team des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Swedish Space Corporation (SSC) betrieben werden, ermöglichen es Studierenden, Experimente unter realistischen Start- und Weltraumbedingungen durchzuführen. Das Senden der Daten von der Rakete aus und ihr Empfang auf der Erde war das Ziel des HISPICO-Experiments.
Der Start erfolgte auf dem ESRANGE-Gelände nahe Kiruna in Schweden. Pünktlich 55 Sekunden nach dem Lift-off erreichten die ersten Testdaten des HISPICO, nach 170 Sekunden die ersten Bilder die Bodenstation. Die Funkverbindung wurde während des gesamten Fluges reibungslos aufrechterhalten. Das Experiment kann somit als voller Erfolg gewertet werden.
Zudem konnte der Nachweis erbracht werden, dass der Sender den während eines Raketenstarts auftretenden großen Belastungen widerstehen kann.
Gefördert vom DLR wurde der HISPICO in Kooperation des Fachgebiets „Raumfahrttechnik“ der TU Berlin unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Klaus Brieß und der Firma IQ wireless entwickelt. Er ermöglicht auch Cubesats, die nur ein Kilogramm schwer sind und eine Kantenlänge von 10 Zentimetern besitzen, große Datenmengen zur Erde zu funken. Diese werden somit noch attraktiver für universitäre Forschungsmissionen.
Die TU Berlin kann auf eine lange Tradition der Satellitenforschung zurück schauen. Sieben Modelle zählt die TUBSAT-Familie, eine Reihe von Kleinsatelliten, die im Institut für Luft- und Raumfahrt der TU Berlin entwickelt wurden. Der siebte Forschungssatellit wurde im September 2005 den indonesischen Auftraggebern übergeben und dann ins Weltall geschossen. Das aktuelle Forschungsinteresse konzentriert sich auf die sogenannten Picosatelliten, die als „Zwerge“ im Orbit eigene Missionen erfüllen sollen.
Quelle: Pressemeldung Technischen Universität Berlin
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