Deutsche Telekom bestätigt mit starkem zweiten Quartal die Jahresziele 2010

05.08.2010 | Bonn
Die Deutsche Telekom hat die gute Entwicklung des ersten Quartals 2010 zwischen April und Juni fortgeschrieben und bestätigt ihre Planung für das Gesamtjahr. Das Deutschlandgeschäft konnte im zweiten Quartal den Umsatz stabilisieren und erreichte gleichzeitig einen Anstieg des bereinigten EBITDA.

T-Mobile USA setzte das starke Wachstum im mobilen Datengeschäft fort und steigerte zum ersten Mal nach drei Quartalen die Zahl der Vertragskunden. Im Segment Europa konnte die Ergebnismarge auf hohem Niveau gehalten werden trotz negativer Regulierungs- und Konjunktur-Einflüsse in mehreren Märkten. T-Systems steigerte den Umsatz außerhalb des Telekom-Konzerns wie auch die internationalen Erlöse weiter und verbesserte die EBIT-Marge.

"Auf der Basis dieses guten ersten Halbjahres können wir die Planung für das Gesamtjahr noch einmal bestätigen", sagte der Vorstandsvorsitzende René Obermann während einer Pressekonferenz in Bonn. "Ein ganz zentrales Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit des Deutschlandgeschäfts wiederherzustellen, haben wir erreicht."

Der Free Cash-Flow legte im Halbjahresvergleich um 60,9 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro zu. Im zweiten Quartal stieg er um 6,1 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro.

Die positive Entwicklung im ersten Halbjahr wurde durch Einsparungen im Rahmen des fortgesetzten Programms Save for Service von brutto 1,0 Milliarden Euro unterstützt. Im Umfang von rund 0,5 Milliarden Euro wurden die erzielten Einsparungen zur Verbesserung der Markt- und Wettbewerbs-position wieder in das operative Geschäft investiert.

Deutschlandgeschäft stabilisiert

Das Deutschlandgeschäft präsentiert sich im zweiten Quartal mit nahezu stabilem Umsatz - und einem Ergebnisanstieg. Im Mobilfunk wurde die Marktführerschaft bei den Serviceumsätzen ausgebaut. Mit attraktiven Smartphones wie beispielsweise dem iPhone lag der Fokus im ersten Halbjahr 2010 weiter auf werthaltigem Wachstum. Der Breitbandmarktanteil im Festnetz konnte seit 2007 stabil bei mehr als 46 Prozent gehalten werden. Im zweiten Quartal betrug der Anteil an den Netto-Neukunden im Breitbandgeschäft 52 Prozent. Bis zum 30. Juni 2010 wurden insgesamt 1,3 Millionen Entertain-Produkte vermarktet. Die Zahl der Anschlussverluste sank im zweiten Quartal 2010 auf 315.000 und damit auf den niedrigsten Wert in einem Quartal seit Ende 2005.

In einem starken zweiten Quartal 2010 lag der Umsatz mit 6,2 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau. Damit konnte der Umsatzrückgang des ersten Quartals 2010 von 2,2 Prozent deutlich vermindert werden. Der Umsatz des operativen Segments Deutschland ging im ersten Halbjahr 2010 gegenüber der Vergleichsperiode um 1,3 Prozent auf 12,4 Milliarden Euro zurück.

Das bereinigte EBITDA konnte im Quartalsvergleich um 2,4 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro gesteigert werden. Im ersten Halbjahr 2010 lag das bereinigte EBITDA mit 4,7 Milliarden Euro auf dem Niveau des Vorjahres.

Der Festnetzbereich verzeichnete im zweiten Quartal 2010 mit einem Umsatz-rückgang um 2,9 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro den geringsten Rückgang seit 2008. Das bereinigte EBITDA verringerte sich im gleichen Zeitraum im Vergleich zum Vorjahresquartal um 3,3 Prozent. Unter Berücksichtigung von Einmaleffekten im zweiten Quartal 2010 konnte der Umsatzrückgang durch effektives Kostenmanagement nahezu kompensiert werden. Der Gesamtumsatz im deutschen Mobilfunkgeschäft stieg im zweiten Quartal 2010 um 5,5 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro. Besonders stark war der Anstieg der Serviceumsätze mit mehr als 6 Prozent. Beeindruckend auch die mobilen Datenumsätze mit einem Plus von knapp 54 Prozent.

Das bereinigte EBITDA im Mobilfunk erhöhte sich im zweiten Quartal um 14,3 Prozent auf 0,9 Milliarden Euro. Die bereinigte EBITDA-Marge lag bei 44,4 Prozent, plus 3,4 Prozentpunkte. Ursächlich sind vor allem die positive Umsatzentwicklung sowie geringere allgemeine Verwaltungskosten.

Die Zahl der Mobilfunkkunden sank im ersten Halbjahr 2010 gegenüber dem Jahresende 2009 um 2,2 Millionen auf 37 Millionen. Wesentliche Ursache hierfür war die Ausbuchung von inaktiven Prepaid-Kundenkarten, entsprechend den AGB der Deutschen Telekom, von 2,5 Millionen auf 19,8 Millionen. Der Umsatz blieb davon unberührt. Während im Vergleich zum Jahresende 2009 die Zahl der Vertragskunden mit 17,2 Millionen praktisch konstant blieb, war diese Ausbuchung inaktiver Prepaid-Nutzer der wesentliche Faktor für den Rückgang der Zahl ausgegebener SIM-Karten.

USA mit deutlich wachsendem mobilem Datengeschäft

Bei T-Mobile USA mehren sich die Anzeichen für eine Stabilisierung. Erstmals konnte die Zahl der Vertragskunden seit dem zweiten Quartal des Vorjahres gesteigert werden. Sie wuchs im zweiten Quartal um 106.000 gegenüber einem Plus von 56.000 im Vorjahresquartal. Die Gesamtzahl der Kunden ging gegenüber dem ersten Quartal durch Rückgänge im Prepaid-Bereich um

93.000 zurück. Zur Jahresmitte betreute T-Mobile USA 33,6 Millionen Kunden gegenüber 33,5 Millionen ein Jahr zuvor.

Insgesamt hatte T-Mobile USA per Ende Juni 6,5 Millionen 3G-Smartphones auf dem Netz, 1,3 Millionen mehr als drei Monate zuvor. Das HSPA+-Netz deckt inzwischen eine Bevölkerung von 85 Millionen ab, zwischen April und Juni sind weitere Metropolen wie Los Angeles, Las Vegas und Seattle hinzu-gekommen. Bis zum Jahresende soll die HSPA+-Abdeckung auf 185 Millionen steigen und die Zahl der 3G-Smartphones auf dem Netz auf 8 Millionen.

Der durchschnittliche Datenumsatz je Kunde stieg auch dadurch um 0,70 Dollar im Quartal auf 11,60 Dollar. Mit einem Zuwachs von 18 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal 2009 auf 1,17 Milliarden Dollar haben sich die Datenumsätze insgesamt - einschließlich SMS und MMS - weiter kräftig aufwärtsentwickelt. Sie machen nun 25 Prozent des durchschnittlichen Monatsumsatzes pro Kunde aus. Ein Jahr zuvor hatte dieser Anteil noch bei 20,8 Prozent gelegen.

Das trug zum guten Trend bei den Service-Umsätzen bei: Im Vergleich zum ersten Quartal stiegen sie um 1,5 Prozent auf 4,6 Milliarden Dollar. Gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres bedeutet das noch ein Minus von

1,1 Prozent, aber der Rückgang hat sich damit im Vorjahresvergleich deutlich gegenüber einem Minus von 2,5 Prozent im ersten Quartal abgeschwächt.

Der Gesamtumsatz war im Quartal auf Dollar-Basis stabil bei

5,3 Milliarden Euro.

Auf Euro-Basis erhöhte er sich um 6,9 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro.

Das bereinigte EBITDA stieg im Vergleich zum ersten Quartal um 2 Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar an. Gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres sank das bereinigte EBITDA um 11,2 Prozent. Hier schlugen sich höhere Kosten für die Neukundengewinnung sowie der Umsatzrückgang im Vorjahresvergleich nieder. Auf Euro-Basis betrug das bereinigte EBITDA 1,1 Milliarden Euro, das ist ein Rückgang um 4,8 Prozent.

Ende Juli 2010 hat T-Mobile USA von der Marktforschungsgesellschaft J.D. Power die beste Bewertung unter allen nationalen Mobilfunk-Betreibern für den Kundenservice erhalten. Das unterstreicht die Erfolge des Unternehmens bei seinem Ziel, den Kunden den besten Service, modernste Geräte, das schnellste Mobilfunknetz und preiswerte Tarife zu bieten.

Europa weiter mit EBITDA-Marge auf hohem Niveau

Die bisherigen Segmente Süd- und Osteuropa (SEE) sowie Europa wurden zum 1. April 2010 zu einem Segment Europa zusammengeführt. Zum gleichen Zeitpunkt wurde T-Mobile UK entkonsolidiert, nachdem die Gesellschaft in das Mobilfunk-Joint-Venture "Everything Everywhere" mit France Telecom in Großbritannien eingebracht worden ist.

Die im operativen Segment Europa zusammengefassten Gesellschaften konnten - angepasst um die Entkonsolidierung von T-Mobile UK - die EBITDA-Marge in einem schwierigen konjunkturellen Umfeld im Vergleich zum Vorjahresquartal praktisch stabil halten.

Der Gesamtumsatz des Segments Europa sank im Wesentlichen durch die Entkonsolidierung von T-Mobile UK im ersten Halbjahr um 6,8 Prozent. Ohne diesen Einfluss stieg der Umsatz um 2,8 Prozent infolge der erstmaligen Vollkonsolidierung der OTE Gruppe für ein volles Halbjahr. Ferner wirkten sich Absenkungen von Terminierungsentgelten und intensiver Wettbewerb negativ auf den Umsatz aus, während sich Währungseffekte hauptsächlich in Polen, Ungarn und Tschechien positiv bemerkbar machten. Das um Sondereinflüsse bereinigte Segment-EBITDA verbesserte sich um 2,3 Prozent. Ohne den Entkonsolidierungseffekt von T-Mobile UK erhöhte es sich um 7,9 Prozent, was ebenfalls auf die um einen Monat längere Vollkonsolidierung der OTE-Gruppe in 2010 zurückzuführen ist. Die EBITDA-Marge stieg um rund 2 Prozentpunkte.

Eine starke Performance zeigte T-Mobile Netherlands, die das bereinigte EBITDA im 1. Halbjahr um mehr als 44 Prozent steigern konnte. Die Marge legte um knapp 9 Prozentpunkte sowohl im Quartals- als auch im Halbjahres-vergleich zu. Auch Polen und die Tschechische Republik wiesen mit rund 39 bzw. 48 Prozent zum ersten Halbjahr weiter hohe Ergebnismargen aus.

Dank einer strikten Kostendisziplin konnte die Landesgesellschaft in Griechenland ihre Marge im zweiten Quartal 2010 mit 36 Prozent stabil halten. In Ungarn stieg die bereinigte EBITDA-Marge im zweiten Quartal auf 43 Prozent, ein Plus von rund 2 Prozentpunkten.

Der Breitbandmarkt des operativen Segments Europa wuchs auch im zweiten Quartal 2010. Mit einem Bestand von insgesamt 4,1 Millionen Breitband-anschlüssen (Retail) wurde ein Anstieg um 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr erzielt. Erfreulich entwickelte sich auch das IPTV-Geschäft: Die Zahl der Kunden für internetbasiertes Fernsehen stieg um 76 Prozent auf rund 515.000 im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr.

Die Zahl der Vertragskunden im Mobilfunk des operativen Segments Europa stieg im zweiten Quartal um insgesamt 285.000.

T-Mobile CZ verbesserte im Quartalsvergleich seine Vertragskundenbasis um 5 Prozent und erzielte zum Halbjahr in diesem Kundensegment eine extrem niedrige Churn-Rate von 0,4 Prozent.

Systemgeschäft - Umsatzwachstum und Ergebnisverbesserung

Das Geschäft von T-Systems war im ersten Halbjahr 2010 insgesamt erfreulich und auch im zweiten Quartal von anhaltendem Umsatzwachstum und einer deutlichen Ergebnisverbesserung geprägt.

Der Gesamtumsatz erhöhte sich im zweiten Quartal um knapp 3 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro. Deutlich überproportional stiegen der externe Umsatz mit 7,2 Prozent und der internationale Umsatz mit 7,9 Prozent.

Trotz der noch nicht völlig erholten Weltwirtschaft lag der Auftragseingang zum ersten Halbjahr um 2,9 Prozent über dem Vorjahreswert. Zu den neuen Großaufträgen zählten u. a. die Abschlüsse mit der Deka-Bank, TUI-Travel, dem Land Hessen oder der Deutschen Post DHL.

Die deutliche Verbesserung der Profitabilität spiegelt sich im signifikanten Anstieg des bereinigten EBIT wider. Mit 123 Millionen Euro lag der Wert des ersten Halbjahres um 34 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Auch im zweiten Quartal fiel die Wachstumsrate mit 31 Prozent sehr hoch aus. Das beweist einmal mehr, dass das Effizienzprogramm Save for Service greift.

Die bereinigte EBIT-Marge betrug 3,4 Prozent, nach 2,7 Prozent im Vorjahresquartal.

Beim vernetzten Arbeiten mit führenden ICT-Lösungen ist T-Systems ebenfalls vorangekommen. Viele Kunden greifen bereits verstärkt auf Cloud-Services zurück. Zwei Drittel aller SAP-Leistungen beziehen T-Systems Kunden heute schon aus der Wolke. Sie erhalten damit Leistung bedarfsgerecht und zahlen gleichzeitig nach Verbrauch. Auch im Bereich Systemintegration werden attraktive Lösungen angeboten, z. B. nutzt bereits heute jeder fünfte der weltweit größten Verkehrsflughäfen mit jährlich 25 Millionen Passagieren Airport-Lösungen und -Services von T-Systems.

Pro-forma-Zahlen für das zweite Quartal (angepasst um die Entkonsolidierung der T-Mobile UK zum 1. April 2010)

In Großbritannien ist zum 1. April die ehemalige T-Mobile UK in das Gemeinschaftsunternehmen "Everything Everywhere" mit der France Telecom eingebracht worden. Zur besseren Transparenz der operativen Entwicklungen in beiden zweiten Quartalen sind in der folgenden Tabelle beide Darstellungsweisen - einschließlich und ohne T-Mobile UK - für das zweite Quartal für Umsatz, bereinigtes EBITDA sowie für den bereinigten und den unbereinigten Konzernüberschuss aufgeführt.

Quelle: Pressemeldung Telekom AG

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